Ich habe meinen Eltern nie gesagt, dass ich Bundesrichterin bin, nachdem sie mich vor zehn Jahren verlassen hatten. Kurz vor Weihnachten riefen sie plötzlich an mit der Aufforderung, „wieder Kontakt aufzunehmen“. Als ich ankam, deutete meine Mutter auf den eisigen Gartenschuppen. „Wir brauchen ihn nicht mehr“, spottete mein Vater. „Der alte Kerl steht hinten – nimm ihn mit.“ Ich rannte zum Schuppen und fand dort meinen Großvater, der im Dunkeln zitternd stand. Sein Haus war verkauft und alles gestohlen worden. Das war die Essenz. Ich zog meinen Dienstausweis heraus und tätigte einen einzigen Anruf. „Führen Sie die Haftbefehle aus!“
Kapitel 1: Das vergessene Mädchen Das Büro eines Bundesrichters dient dazu, einzuschüchtern. Die Mahagoniwände, die hohen Decken und die schallabsorbierende…